Ben und die Superdetektive – Leseprobe Band 3

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Kapitel 1: Die Spur von Julius

(Hinweis: Du gehörst zu den Ersten, die den Anfang von Band 3 lesen. Diese Fassung kann sich bis zur finalen Veröffentlichung noch leicht verändern.)

Julius war verschwunden. Ben und seine Freunde hatten keine Ahnung, wo er steckte. Ben drehte die Visitenkarte zwischen seinen Fingern. Vorn stand in schwarzen Buchstaben:
Kriminalhauptkommissar Christian Brandt
Er starrte auf den Namen, als könnte die Karte ihm verraten, wo Julius war. Doch sein Freund blieb verschwunden.
Erst hatte Malstrom seinen Vater entführt.
Dann zwang er Bens Mutter, ihm die Supermedizin zu geben. Bei einem Laborunfall fielen Ben, Mia und Furkan in die geheimnisvolle Substanz – seitdem hatten sie besondere Kräfte. Später lockte Malstrom sogar die ganze Schulklasse in einen getarnten Wettbewerb, um sie zu Versuchskaninchen zu machen. Jetzt war er der Polizei entkommen.
„Hallo? Erde an Ben!“, sagte Mia.
Sie wedelte mit der Hand vor seinem Gesicht herum. Ben zuckte zusammen und blinzelte. Erst jetzt merkte er wieder, wo er war: im China-Restaurant von Mias Eltern, an ihrem Stammtisch, zusammen mit Mia und Furkan.
Mia stemmte die Hände in die Hüften. „Ich rede schon die ganze Zeit mit dir.“
Furkan beugte sich vor. „Wir können Julius nicht einfach im Stich lassen.“
Ben gab ihm wortlos Recht. Julius hatte ihnen geholfen. Ohne ihn wäre alles noch viel schlimmer ausgegangen.
„Du hast recht“, sagte Ben. „Wir gehen zur Polizei. Wir zeigen Kommissar Brandt die SMS von Julius.“
„Endlich“, sagte Mia. „Genau das sage ich doch die ganze Zeit.“
Ben zog sein Handy aus der Hosentasche. Die Nachricht von Julius war noch da.
Kurz sah er wieder auf die Worte.
Er hatte nur eine SMS geschickt.
„Danach … nichts mehr.“
„Dann los“, sagte Furkan.
Sie verließen das Restaurant, sprangen auf ihre Fahrräder und fuhren zur Polizeistation in der Innenstadt. Zum Glück war es nicht weit.
Schon wenige Minuten später standen sie am Empfang. Ben zeigte die Visitenkarte vor.
„Wir müssen dringend zu Herrn Brandt“, sagte er.
Die Frau am Empfang musterte die drei kurz, dann telefonierte sie und schickte sie in einen Flur. Dort sollten sie warten.
Furkan tippte mit dem Fuß ungeduldig auf den Boden. Mia verschränkte die Arme. Ben sah immer wieder auf sein Handy.
Kurz darauf öffnete sich eine Tür.
„Na, euch kenne ich doch“, sagte Kommissar Brandt.
Er winkte sie in sein Büro. Drinnen zeigte er auf drei Stühle vor seinem Schreibtisch.
„Setzt euch. Was gibt es? Ihr habt doch schon alles über den Vorfall auf dem Talente-Campus erzählt.“
Ben, Mia und Furkan warfen einander einen kurzen Blick zu. Dann stieß Furkan Ben mit dem Ellbogen an.
Ben räusperte sich. „Wir haben doch noch etwas.“
Er entsperrte sein Handy, öffnete die Nachricht und reichte es Kommissar Brandt.
Brandt nahm das Handy, setzte seine Lesebrille auf und las laut:
„Ich wusste nicht, dass mein Vater so weit gehen würde. Werde alles tun, um ihn aufzuhalten. Julius.“
Sofort sah er auf.
„Wann habt ihr diese Nachricht bekommen?“
Ben rutschte auf seinem Stuhl hin und her. „Am selben Tag, als Sie uns befragt haben.“
Brandt starrte Ben fassungslos an. „Und das sagt ihr mir erst jetzt?“
„Tut uns leid“, sagte Ben schnell. „Wir dachten, Julius meldet sich vielleicht nochmal.“
„Hat er aber nicht“, murmelte Mia.
Kommissar Brandt fuhr sich durchs Haar. Dann legte er das Handy vorsichtig auf den Tisch.
„Gut. Jetzt zählt jede Minute.“
Er griff nach einem Notizblock, kritzelte etwas darauf und stand abrupt auf.
„Mit der Nummer können meine Kollegen vielleicht das Handy orten.“
Ben zog eine Augenbraue hoch. „Wirklich?“
„Vielleicht“, sagte Brandt. „Wenn das Gerät noch Daten sendet.“
„Und wenn Sie Julius finden“, fragte Ben, „sagen Sie uns dann Bescheid?“
Brandt schüttelte den Kopf. „Das geht nicht. Das sind vertrauliche Informationen zu einer Ermittlung.“
Furkan verzog das Gesicht. Mia ließ die Schultern hängen.
Brandt nahm Bens Handy vom Tisch. „Ich bringe es dir gleich zurück. Wartet hier.“
Er ging hinaus und zog die Tür hinter sich zu.
Einen Moment lang sagte niemand etwas.
Dann beugte Furkan sich vor. „Super. Selbst wenn die Polizei Julius findet, wird sie uns nichts sagen.“
„Vielleicht ist das auch besser so“, sagte Mia. „Die Polizei soll ihren Job machen.“
Ben blickte Mia fest an. „Und wenn sie zu spät kommen?“
Mia antwortete nicht sofort.
Ben senkte die Stimme. „Mia … du könntest doch dein Supergehör einsetzen.“
Mia verdrehte die Augen. „Ach nein.“
„Bitte“, sagte Furkan. „Nur dieses eine Mal.“
Mia seufzte. „Ich finde es nicht toll, andere heimlich zu belauschen.“
„Ich weiß“, sagte Ben. „Aber vielleicht geht es um Julius.“
Mia rang einen Moment mit sich. Dann stand sie auf.
„Na schön. Aber nur ganz kurz.“
Sie öffnete vorsichtig die Bürotür und streckte erst einmal nur den Kopf hinaus. Der Flur war leer.
Lautlos schlich sie hinaus und stellte sich mit dem Rücken an die Wand. Dann schloss sie die Augen.
Seit der Sache mit der Supermedizin hörte sie Dinge, die sonst niemand hören konnte.
Sofort prasselten Geräusche auf sie ein. Schritte. Stimmen. Telefonklingeln. Tastaturen. Irgendwo summte ein Drucker.
Dann hörte sie Brandts Stimme.
„Das hier ist dringend. Es geht um den Fall Malstrom und seinen entführten Sohn. Der Junge hat offenbar eine SMS an dieses Handy geschickt. Können Sie sein Gerät orten?“
Eine andere Stimme antwortete:
„Nur, wenn es zuletzt noch aktiv war. Einen Moment …“
Mia hielt den Atem an.
Schließlich sagte der Mann:
„Anhand der letzten Logdaten liegt das Gerät irgendwo im Eichenfelder Waldgebiet.“
Brandt fluchte leise. „Wie genau?“
„Nicht besonders genau“, sagte der Mann. „Der Suchradius beträgt ungefähr zehn Kilometer.“
„Verdammt“, murmelte Brandt. „Schicken Sie mir sofort alles rüber. Ich stelle einen Suchtrupp zusammen.“
Der andere Mann lachte kurz. „Bei unserem Personalmangel und dem Papierkram wahrscheinlich noch heute Abend. Mit sehr viel Glück.“
Mia riss die Augen auf.
Eichenfelder Wald.
Sie drehte sich sofort um und huschte zurück ins Büro.
Ben und Furkan sprangen fast gleichzeitig auf.
„Und?“, platzte es aus Furkan heraus.
„Hast du was gehört?“, wollte Ben wissen.
Mia atmete hastig ein.
„Ja. Julius’ Handy wurde zuletzt im Eichenfelder Wald geortet. Aber nur ungefähr. Das Gebiet ist riesig. Viel zu groß!“
In genau diesem Moment ging die Tür auf.
Kommissar Brandt trat wieder ein und hielt Ben sein Handy hin.
„Hier. Wir ermitteln jetzt weiter.“
Ben nahm es sofort entgegen.
„Und?“, fragte er vorsichtig. „Wissen Sie schon etwas?“
Brandt setzte sich nicht einmal mehr hin. „Dazu kann ich nichts sagen.“
Dann sah er die drei nacheinander an.
„Und jetzt geht ihr bitte nach Hause. Falls wir noch Fragen haben, melden wir uns.“
Ben steckte das Handy ein. Mia und Furkan standen schon auf.
Brandt brachte sie zur Tür. Sein Blick war streng.
„Und ich meine wirklich: keine Alleingänge.“
Die drei nickten brav.
Doch als sie auf den Flur traten, blieb Ben stehen und raunte seinen Freunden zu: „Ich fürchte, die Polizei wird zu spät kommen. Lass uns selbst nach Julius suchen.“ Er sah erst Mia, dann Furkan an. Dann nickten beide.

Wie es weitergeht, erfährst du in Band 3 …

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